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*Über sich hinauswachsen*

Urlaub. Normalerweise freut man sich auf diese besondere Zeit im Jahr. Kann es kaum erwarten, bis es wieder soweit ist und man in den Urlaub fahren kann. Bei mir lag die Urlaubsfreude vor ein paar Tagen gleich bei Null.  Ich habe mich nicht gefreut, für ein paar Tage wegzufahren. Warum? Ganz einfach, weil eine Person in diesem Kurzurlaub fehlte. Evan. Mein Evan war nicht dabei. Ich habe mich dafür entschieden, ihn nicht mitzunehmen, da ich wusste, dass dieser Kurzurlaub nichts für Evan wäre. Es kein Urlaub für mich wäre, wenn Evan dabei wäre. Diese Erkenntnis, Einsicht, schmerzt. Ein Kind bewusst zurückzulassen. Ein Kind bewusst zurücklassen zu müssen, um sich einmal zu erholen. Zu dieser Erkenntnis gesellt sich dann noch schnell und gerne das schlechte Gewissen (mein seid Jahren treuer, sehr treuer, Freund) und die Frage: “Ist es okay, seine eigenen Bedürfnisse über die meines Kindes zu stellen?” Mein Verstand  und viele meiner lieben Mitmenschen sagen ganz klar: Ja! Aber mein Herz? Mein Herz sagt etwas anderes. Es mag für viele Leute albern oder übertrieben klingen, aber mir ist es extrem schwer gefallen, meinen Kurzurlaub zu genießen. Meine Gedanken waren oft, sehr oft, zu Hause, bei Evan. Ich habe mich hin und her gerissen gefühlt. Oft habe ich gedacht, dass könnte Evan jetzt machen, um mir im nächsten Moment direkt wieder vorzustellen, in welchem Chaos, in welcher Anstrengung, das für mich, für uns, enden würde. Egal wie sehr ich es drehe oder es mir wünsche, dieser Urlaub wäre nichts für Evan gewesen. Evan hatte seinen eigenen kleinen Kurzurlaub bei seinen Großeltern und es erging ihm sehr gut. Nichtsdestotrotz schmerzt es mich, Evan nicht mitnehmen zu können. Einen Urlaub zu dritt zu machen, obwohl wir zu viert sind. Das fühlt sich einfach nicht richtig an. Dieses Gefühl blieb bis zum Ende meines Kurzurlaubes bestehen. Aber ich habe durchgehalten. Warum? Für mich. Ich habe eingesehen, dass es wichtig ist, Kraft zu tanken, um wieder gestärkt in den Alltag gehen zu können. Für mich war es wichtig, bei meiner Entscheidung zu bleiben und diese bis zum Ende durch zuziehen und die Gefühle auszuhalten. Für mich. Für Evan. Und ich habe es geschafft. Ich bin wieder ein Stückchen höher auf meinem kleinen Lebensturm der Gefühle gekommen. 

Ob ich nochmal in den Kurzurlaub fahren werde? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich glaube im Moment reicht erstmal ein Tagesurlaub. 

2 Kommentare

  1. Und wieder….genau so ist es….hab mich bis jetzt dreimal getraut, alleine weg zu fahren….im Wissen, dass Jonahs Vater gut auf ihn aufpasst….in guten Momenten habe ich jeweils so einen Tatendrang….und mit den heutigen Mitteln ist so ein Weekend-Trip ungemein schnell gebucht….doch dann kommen die Tage davor….warum tu ich mir das an….was hat mich da wieder geritten…und dann, dann tuts unheimlich gut, mal weg zu sein, trotz schlechtem Gewissen….der ständigen Angst….und in guten Momenten, das muss ich unbedingt wiederholen….eine Stunde später, das tu ich mir nie wieder an….

    • m.wessel12@yahoo.de sagt

      Hallo Rebekka, da hast Du völlig Recht. Ich kann das so gut nachempfinden. Danke für Deine offenen Worte! Alles Liebe, Marcella

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