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Ich könnte das nicht.

„Ich könnte das nicht“ –

Ein Satz, 4 Wörter, die ich schon so oft zu hören bekommen habe. Nicht in böser, sondern in gut gemeinter, lobender, Absicht. Immer wieder überlege ich, was diese 4 Wörter in mir auslösen. Warum mich dieser Satz, trotz gut gemeinter Absicht, so trifft. Was bedeutet er eigentlich? Dass Evan so schlimm ist? Dass die Lebensaufgabe so groß, zu groß, ist? Nicht machbar? Nicht schaffbar? Ich habe es mir nicht ausgesucht. Nicht aussuchen können. An manchen Tagen bin ich am Verzweifeln. Bin ich unendlich traurig und verletzt. Mein Leben vor Evan war so anders. Meine Vorstellungen mit dem Zusammenleben eines Kindes so anders. In manchen Situationen treffen mich diese Gedanken mitten ins Herz. Wie sagt man so schön, mitten ins Schwarze. Dann stelle ich mir die Frage:

Kann ich das?

Im gleichen Moment befüllt sich mein Herz mit einer so unbeschreiblichen Liebe, dass ich es förmlich herrausschreien möchte. „Ja, ich kann!“. Zumindest will ich es vom tiefsten Herzen heraus. Oftmals bin ich überfordert und zweifel an mir. „Kann ich es besser machen?“ „Muss ich es besser machen?“ Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber was ich weìß ist, dass ich jeden Tag aufs Neue mein Bestes gebe und geben werde. Ein, mein, Leben lang. Für meinen wundervollen Sohn.

Aus der Frage „Kann ich das?“ ist so viel mehr, so viel wunderbares Entstanden, die jegliche Verzweiflung in mir niederbrennt. Die Liebe zu meinem Kind ist so viel größer als diese 4 Wörter. So viel größer und stärker als jede noch so große negative Emotion.

Ich kann und ich will es. Für Dich, mein liebster Evan.

2 Kommentare

  1. Liebe Marcela, Diesen Artikel hätte ich Wort für Wort so schreiben können (tatsächlich dümpelt sogar ein vergleichbarer Entwurf hier herum).
    Es sind nett gemeinte Worte und sie fühlen sich so vernichtend an.
    Wieder und wieder.
    Danke für den Text undas Foto ist richtig klasse
    Natalie

  2. Und – ganz sicher: DAS spürt er! Viel mehr, als er die fragenden, abschätzenden, oft genug auch vorwurfsvollen Blicke um sich herum spürt.
    Das ist, was ihm Kraft und Zuversicht gibt. Was ihn zu einem aufrechten, starken Menschen macht.
    Das Geschenk, was Du Deinem Sohn und Dir selbst mit Deinem Mut und Deiner Zuversicht machst, ist das größte was es gibt.
    Von aussen betrachten und zweifeln ist menschlich. Das geht sicher vielen von uns so.
    DARUM werden wir ja nicht vorher gefragt sondern mit unseren Lebensaufgaben konfrontiert – um unsere Stärken, unseren Willen und unsere Kraft zu erleben. Und eben auch unsere Grenzen. Und jeden Tag ein Stück mehr zu spüren, das wir eben können was wir wollen!
    Alles Liebe!
    Sonja

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